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Edingerische Mundart

Edingerische Besitzverhältnisse

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Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod

Deklinierte Besitztümer

Besitzer von Besitzern

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Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod

Dieser Buchtitel von Bastian Sick ist in den meisten mittel- und oberdeutschen Dialekten sprachliche Wirklichkeit. Der Genitiv ist als Deklinationsform aus diesen Dialekten weitgehend verschwunden und durch eine Dativkonstruktion ersetzt. Dieser zur Besitzanzeige verwendete Dativ kommt meist in zwei austauschbaren Weisen daher: einerseits in Kombination mit der Präposition „von” (in ihrer mundartlichen Form), andererseits in Kombination mit einem nachgestellten Possessivpronomen.

Kombination mit Präposition

Kombination mit Possessivpronomen

Bestimmt

Unbestimmt

Bestimmt

Unbestimmt

... vun dem Mann (... des Mannes)

... vun em Mann (... eines Mannes)

dem Mann sein ... (... des Mannes)

em Mann sein ... (... eines Mannes)

... vun de Menner (... der Männer)

... vun Menner (... von Männern)

de Menner ehrn ... (... der Männer)

Menner ehrn ... (... von Männern)

... vun der Fraa (... der Frau)

... vun ere Fraa (... einer Frau)

der Fraa ehrn ... (... der Frau)

ere Fraa ehrn ... (... einer Frau)

... vun de Fraae (... der Frauen)

... vun Fraae (... von Frauen)

de Fraae ehrn ... (... der Frauen)

Fraae ehrn ... (... von Frauen)

... vun dem Kind (... des Kindes)

... vun em Kind (... eines Kindes)

dem Kind sein ... (... des Kindes)

em Kind sein ... (... eines Kindes)

... vun de Kinner (... der Kinder)

... vun Kinner (... von Kindern)

de Kinner ehrn ... (... der Kinder)

Kinner ehrn ... (... von Kindern)

Beim flüssigen Sprechen wird oft „vun dem Mann” zu „vum Mann” zusammengezogen und „dem Mann” zu „em Mann” oder „'m Mann” verkürzt. Dabei auftretende Formengleichheiten mit dem unbestimmten Artikel werden nicht als störend empfunden.

Die beiden Möglichkeiten des Genitiv-Ersatzes (durch Dativ + Possessivpronomen oder vun + Dativ) sind weitgehend gleichbedeutend. Man kann vielleicht eine leichte Bevorzugung des ersteren für Personen als Besitzer feststellen.

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Deklinierte Besitztümer

Bei den durch Dativ + nachgestelltes Possessivpronomen ausgedrückten Besitzverhältnissen geben unsere Tabellen immer nur die männliche Einzahlform im Nominativ (Wer?) an. Diese Form ist in einem Satz jedoch in Zahl, Geschlecht und Fall an den Besitz anzupassen. Steht in einer Tabelle z.B. „Ehre neie Haiser ehrn”, so entspricht das einem Satz wie „Ehre neie Haiser ehrn Eigang siehd nedd gud aus.” (Der Eingang Ihrer neuen Häuser sieht nicht gut aus.) Es kann aber auch Sätze geben wie „Ehre neie Haiser ehr Eigangsdire gfalle mer.” (Die Eingangstüren Ihrer neuen Häuser gefallen mir.) oder „Ehre neie Haiser ehrer Vermiedung schdehd nix meh im Weg.” (Der Vermietung Ihrer neuen Häuser steht nichts mehr im Wege.) oder „Ehre neie Haiser ehrm Dach hod di Schdadd nedd zugschdimmd.” (Dem Dach Ihrer neuen Häuser hat die Stadt nicht zugestimmt.).

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Besitzer von Besitzern

Bei ineinander verquickten Besitzverhältnissen im selben Satz können beide Besitzkonstruktionen kombiniert zum Einsatz kommen; ein weiteres Besitzverhältnis kann durch ein Possessivprononomen (besitzanzeigendes Fürwort) ausgedrückt werden. Der hochdeutsche Ausdruck „das Auto der Mutter meines Freundes” (mit drei Besitzverhältnissen) heißt dann z.B. „s Audo vun meim Freind seiner Mudder”. Die Häufung von ineinandergeschachtelten Besitzverhältnissen stößt natürlich - genau wie im Hochdeutschen - irgendwann an stilistische Grenzen, deren Überschreitung jeder Autor selbst zu verantworten hat.

Die folgende Tabelle zeigt Kombinationsmöglichkeiten der beiden Konstruktionen zum Ausdruck von Besitzverhältnissen. Man beachte dabei die kombinationsbedingten Änderungen der Satzstellung.

Hochdeutsch: im Haus der Eltern der Frau meines Freundes

in meim Freind seiner Fraa ehre Eldern ehrm Haus

im Haus vun meim Freind seiner Fraa ehre Eldern

im Haus vun de Eldern vun meim Freind seiner Fraa

im Haus vun de Eldern vun der Fraa vun meim Freind

Hans-Rudolf Hower 2007

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Letzte Aktualisierung: 04.04.16